Die 10 wichtigsten Fragen zur Brustvergrößerung
Seit Jahren steigt die Zahl der Brustvergrößerungen in Deutschland stetig an. Dennoch halten sich hartnäckig Gerüchte und falsche Überzeugungen über Implantate und OP-Risiken.
Professor Dr. Jörg Borges, der leitende Oberarzt der Abteilung Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Freiburg und Plastischer Chirurg an der Freiburger Erich-Lexer-Klinik, klärt über die zehn häufigsten iund wichtigsten Fragen zu Brust-OPs auf.
1. Krebsvorsorge: Ist diese uch mit Brustimplantaten möglich?
Ja, Mammographie und Sonographie sind weiterhin zuverlässig möglich, besonders gut bei Implantatposition unter dem Brustmuskel. Bei kleinen Brüsten kann eine Brustvergrößerung die Diagnostik sogar vereinfachen. Vor der Brust-OP sollten Patientinnen sich jedoch auf jeden Fall einer Mammographie unterziehen.
2. Kann nach einer Brustvergrößerung noch gestillt werden?
Stillen ist auch mit Brust-Implantaten möglich. Allerdings kann es zu Problemen kommen, wenn die Implantate über den Warzenhof eingesetzt wurden, da hier die Milchgänge verletzt werden können.
3. Welche Komplikationen können bei einer Brust-OP auftreten?
In Fachkreisen gilt die Brustvergrößerung als ziemlich unkompliziert. Wie bei jedem anderen chirurgischen Eingriff auch, können Nachblutungen und Wundheilungsstörungen auftreten, zudem kann es zu unerwünschten Rotationen der Implantate kommen. Als spezifische Komplikation nach einer Brustvergrößerung gilt die verstärkte Kapselbildung (Kapselkontraktur), die nach 15 bis 20 Prozent aller Eingriffe auftritt. Um ein Implantat bildet sich, wie um jeden Fremdkörper, immer eine weiche Kapsel aus Narbengewebe. Bei einer verstärkten Kapselbildung verhärtet sich diese Hülle und kann sich in der Folge so stark zusammenziehen, dass sich die Brust verformt. Jedoch ist nur in seltenen Fällen ein Zweiteingriff notwendig.
4. Was ist bei der Auswahl von Brustimplantaten zu beachten?
Für ein optimales und langfristiges Ergebnis kommt es auf die individuell passende Wahl der Implantate an. Angeraute Implantatoberflächen verbinden sich besser mit dem umliegenden Gewebe, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Drehung der Kissen in der Brust abnimmt. Plastische Chirurgen haben die Wahl zwischen Implantaten in runder und Tropfenform, die nach den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen ausgesucht werden.
5. Wie gefährlich sind Silikonimplantate?
Implantate mit Silikonfüllung standen lange im Verdacht, Krebs oder Autoimmunkrankheiten auszulösen. Nach zahlreichen und breit angelegten Studien konnte jedoch kein Zusammenhang zwischen Silikonkissen und diesen Erkrankungen nachgewiesen werden. Im Gewebe oder in der Muttermilch von Implantatträgerinnen konnte kein höheres Silikonvorkommen festgestellt werden, als bei nicht operierten Frauen.
6. Können Implantate heutzutage noch auslaufen?
Hochwertige Implantate sind mit zähem und schneidbarem Gel befüllt. Selbst bei vorliegenden Rissen tritt der Inhalt also nicht unkontrolliert in das umliegende Gewebe ein, zumal das Implantat auch durch die körpereigene Kapsel gesichert ist. Heute treten Risse nur noch bei sehr starken physikalischen Belastungen auf, wie beispielsweise einem Autounfall. Bei Verwendung von qualitativ minderwertigen Implantaten besteht jedoch auch heute noch die Gefahr, dass der Inhalt durch eine schadhafte Stelle in den Körper austritt.
7. Stellen Implantate mit Kochsalzlösung- oder Sojaölfüllung eine Alternative zu Silikon dar?
Nur bedingt; Implantate mit Kochsalzfüllung können mit der Zeit langsam auslaufen und in der Folge zu gluckern beginnen. Außerdem stellen sich Form und Gefühl nicht so natürlich dar wie bei Silikonimplantaten, die Kochsalzimplantaten in dieser Hinsicht überlegen sind. Andere Füllmaterialien wie beispielsweise Sojaöl wurden wieder aus dem Verkehr gezogen, weil sie sich auf Dauer nicht bewährt haben und sogar mit der Zeit „ranzig“ werden können.
8. Wie lange halten Implantate?
Kissen der neuen Generation weisen eine erhöhte Haltbarkeit auf, einzelne Hersteller gewähren sogar lebenslange Garantie auf ihre Produkte. Im Idealfall können einmal eingesetzte Implantate also für den Rest des Lebens im Körper bleiben. Bei Implantaten früherer Generationen empfehlen Hersteller einen Austausch nach 10 bis 15 Jahren, heute können Patientinnen aber mit längerer Verweildauer rechnen. Da die Brust nach der Vergrößerung weiterhin dem natürlichen Alterungsprozess unterliegt, streben viele Patientinnen eine erneute Straffung der Brust an, die mit dem Implantatwechsel verbunden werden kann.
9. Welche Lage des Implantats ist zu bevorzugen?
Implantate können unter oder über dem Brustmuskel platziert werden. Für welche Lage sich Arzt und Patientin entscheiden, hängt von den körperlichen Voraussetzungen der Patientin ab. Vorteile der Position unter dem Muskel sind eine bessere Kaschierung der Implantat-Ränder durch den Muskel, das Ergebnis erscheint natürlicher, Implantate verrutschen kaum und die Stillfähigkeit bleibt vollständig erhalten. Außerdem besteht geringere Gefahr einer verstärkten Kapselbildung. Für die Platzierung auf dem Brustmuskel sprechen in Ausnahmefällen besondere anatomische Voraussetzungen.
10. Welcher Zugang ist der Schonensde?
Als gängige Methoden gelten der Schnitt in der Unterbrustfalte und der endoskopische Zugang über die Achselhöhle. Außerdem können Mediziner Implantate durch einen Schnitt um den Brustwarzenhof in die Brust einsetzen. Alle Methoden bieten Vor- und Nachteile und sind nach körperlicher Konstitution der Patientin individuell auszuwählen. Zugänge über den Warzenhof bergen das Risiko von Verletzungen der Milchgänge, was späteres Stillen erschweren kann. Außerdem kann der Durchmesser der Brustwarze die Größe des Implantats limitieren.
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Das Thema beschäftigt mich grad auch sehr, weil ich bald eine Brustvergrößerung machen lasse. Ehrlich gesagt kann ich es kaum noch erwarten.
(femmestyle.ch/brustvergroesserung.html)